Schwarz-gelb-grüne Koalition für das neue Bad

Die Spar-Version der Verwaltung, die große Lösung der SPD und Sanierung des alten Hademarebads sind vom Tisch.

Die Stadt Hemer wird ein neues Hallenbad bauen und zwar auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände. Diese Grundsatzentscheidung hat der Rat gestern mit den Stimmen von CDU, FDP und GAH getroffen. Die Grüne Alternative schloss sich dem gemeinsamen Antrag der Christdemokraten Liberalen nicht nur an, sondern modifizierte ihn mit deren Einverständnis sogar noch ein wenig. So soll die Möglichkeit für einen Sprungbereich mit Drei- und Ein-Meter-Brett nicht nur vorbehaltlich einer möglichen Förderung des Gesamtprojekt durch Land oder Bund offen gehalten , sondern die Zusatzkosten in jedem Fall detailliert ermittelt werden. Erst dann wird entschieden: Sprungturm ja oder nein. Parallel soll die Verwaltung weiter noch Fördermöglichkeiten, Investoren und Sponsoren suchen.

Ansonsten folgte die genannte Dreier-Mehrheit dem von CDU und FDP entworfenen Konzept mit einem zwei Meter tiefen Becken in L-Form, dass mittels Hubbodens teilweise in ein flaches Lehrschwimmbecken zu verwandeln ist und an einem der Arme des L auf eine für einen Sprungturm auf 3,80 tief vertieft werden könnte.

Keine Chance hatten der Verwaltungsvorschlag für ein deutlich abgespecktes und billigeres Hallenbad, den Bürgermeister Michael Heilmann nochmals verteidigte, die von der SPD ins Rennen gebrachte große Lösung mit einem separaten nur 30 Zentimeter tiefen Kleinkinderbecken sowie Antrag der UWG, vor der Entscheidung für einen Neubau nochmals zu prüfen, ob nicht die Sanierung des Alt-Bades günstiger wäre.

Bürgermeister warnt vorden hohen Folgekosten

Wie schon im Haupt- und Finanzausschuss warnte Bürgermeister Michael Heilmann vor den Folgekosten bei allen Konzepten, die über den Verwaltungsvorschlag hinaus gehen: „Selbst bei unserer Lösung mit nur einem Schwimmerbecken mit fünf Bahnen, wären die jährlichen Folgekosten um 100.000 Euro höher als beim bestehenden Bad. Mit allen anderen Lösungen verlassen wir den Kurs zur Haushaltssanierung.“

Umgekehrt argumentierte SPD-Fraktionschef Hans-Peter Klein. Auch die SPD wolle kein Spaßbad, aber das Konzept von CDU und FDP sei zu funktional, allein auf den Grundbedarf ausgerichtet und nicht wirklich attraktiv für Besucher: „Und Besucher brauchen wir!“ Klein äußerte Zweifel an der Belastbarkeit der Kostenschätzungen der Verwaltung. „Mit dieser Einstellung hätten wir keine Landesgartenschau bekommen und den Umbau der Innenstadt nicht geschafft“, beklagte Hans-Peter Klein fehlenden politischen Mut.

Knut Kumpmann (UWG) warf sich noch einmal dafür ins Zeug, das bestehende Bad zu erhalten und von Grund auf zu sanieren. Es biete alles, was die Schwimmvereine fordern und habe einen optimalen Standort. Zudem halte er die Ermittlung der Kosten einer Sanierung für weniger vage als der Baukosten für ein neues Bad. Das Bahnhofsgelände stünde zudem weiter für andere städtebauliche Entwicklung zur Verfügung.

Arne Hermann Stopsack (FDP hielt de entgegen, eine Sanierung des bestehenden Bades bedeute, dass in Hemer für zwei Jahre keine Möglichkeit zum Schwimmen in den kalten Jahreszeiten bestünde. Zudem sei das Hademarebad mit zwei Etagen nicht barrierefrei und verhindere somit die Inklusion Behinderter. Die große Lösung der SPD bezeichnete Stopsack als zu teuer. „Einen Haushalt ruiniert man immer in guten Zeiten“ zitierte Stopsack eine alte politische Weisheit. Niclas Münzer, Ratsmitglied der Linken, plädierte kurz und knapp für den Vorschlag der SPD.

Bei den Abstimmungen am Ende erntete der UWG-Antrag lediglich die (eigenen) 4 Stimmen, jener der SPD 9 Stimmen und der von CDU und FDP 21 Stimmen bei 14 Gegenstimmen.

Quelle:
Reinhard Köster

Reinhard Köster